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Kriegsdienste verweigern! Aber wie?

Du hast einen Fragebogen bekommen, und weisst nicht, was nun? Du suchst Hilfe bei deiner Verweigerung? Du hast Fragen, was in deinem Fall wichtig ist?

Wir bieten Beratung und Begleitung von Personen, die den Kriegsdienst aus Gewissensgründen verweigern wollen.

Jetzt melden bei kdv-wendland@dfg-vk.de

Neu!!: Offene Beratung
jeden 1. und letzten Donnerstag im Monat
15-17h, QBUS/Altes Rathaus, Am Busbahnhof Lüchow

schulstreik

Vom bundesweiten Aktionstag am 8. Mai 2026

Hallo,

wir vom antimilitaristischen Bündnis würden ja lieber von Kriegsdienst sprechen: "Wehrdienst" oder "Wehrpflicht" - diese Worte kommen uns eher verharmlosend vor. Aber wir können nachvollziehen, warum die Initiator*innen für diese gute Maßnahme den Titel "Schulstreik gegen Wehrpflicht" gewählt haben. Tag für Tag werden wir ja mit der Erzählung konfrontiert, es ginge bei der großen Aufrüstung, die gerade im Gange ist, um Verteidigung, also darum, sich zu wehren.

Tatsache ist: Jugendliche sollen dazu gebracht werden, zur Bundeswehr zu gehen. Der Sinn und Zweck von Militärdienst ist, aus Menschen Soldaten zu machen. Drill und das eiserne Prinzip von Befehl und Gehorsam sind dafür da, fühlende und denkende Wesen zu Menschenmaterial zu formen (wie sie das nennen), das sich im Bedarfsfall ge- und verbrauchen lässt. Völlig egal, was Du selber willst - Du sollst töten und Dich töten lassen. Darum gehts.


Die Rede von Anton

Moin, ich bin Anton und gehe in die 11. Klasse der FSH.

Die Regierung möchte uns erzählen, die Wehrpflicht bringt Sicherheit. Doch die Frage ist: Für wen bringt sie Sicherheit? Für uns oder für unseren Staat? Für uns ganz sicher nicht. Wir sind es, die in einen Zwangsdienst gedrängt werden. Wir sind es, auf deren Körper und Leben der Staat zugreift. Denn im Ernstfall wird uns unser Leben genommen und zum Mittel dieses Staates gemacht.

Doch nicht nur der Zwang ist das Problem. Auch eine freiwillige Armee ist kein Fortschritt. Denn ob gezwungen oder durch Bezahlung gelockt, der Zweck ist und bleibt derselbe: Krieg. Dabei wird uns erzählt, das Ziel wäre Verteidigung, um den Frieden zu sichern. Doch in Wirklichkeit geht es um Macht, Einfluss und wirtschaftliche Interessen. Interessen eines Staates, der sich in Konkurrenz zu anderen Staaten behaupten muss und dafür seine Gewalt nach außen einsetzt. Dafür braucht er ein Militär und dafür sollen wir verfügbar sein.

Und genau hier liegt der Punkt: Dieser Staat ist nicht einfach wir alle. Er organisiert eine Gesellschaft, in der Menschen gegeneinander konkurrieren müssen, um Arbeit, um Geld, um ihre Existenz. Er sorgt dafür, dass diese Konkurrenz funktioniert und erhalten bleibt. Dafür schützt er Eigentum, setzt Gesetze durch und zwingt alle, sich in diesem System zurechtzufinden.

Mein Interesse ist aber ein ganz anderes: Ich will leben, ich will Sicherheit, ich will meine Zukunft selbst bestimmen. Der Staat will, dass ich funktioniere: Als Arbeitskraft im Inneren und im Zweifel als Soldat nach außen. Das heißt: Der Staat braucht mich. Aber nicht für mein Leben, sondern für seine Zwecke. Er sorgt nicht dafür, dass meine Interessen verwirklicht werden, sondern dass ich mich an seine Anforderungen anpasse. Ich soll arbeiten, leisten, konkurrieren und wenn es darauf ankommt, soll ich kämpfen.

Und genau deshalb besteht ein Gegensatz: Ich will mein Leben nutzen, der Staat will es benutzen. Ich will Sicherheit, der Staat produziert Unsicherheit nach außen und nennt es „Verteidigung“. Ich will Freiheit, der Staat verlangt Gehorsam, wenn es ernst wird. Ich habe nichts davon, wenn dieser Staat stärker wird, mehr Einfluss hat oder seine wirtschaftlichen Interessen durchsetzt. Aber ich soll dafür den Preis zahlen.

Außerdem heißt es, die Jugend soll gehorsam sein, opferbereit und sich mit ihrem Staat identifizieren. Man soll es normal finden, für dieses Land zu sterben. Man soll lernen, dass das eigene Leben im Zweifel weniger zählt als die Interessen der Nation. Mir wurde immer gesagt, ich soll mein Leben planen. Doch der Staat hat es längst verplant, und zwar für sich und seine Interessen, für die ich im Zweifel sterben soll.

Wir fordern keine Reform, keine gerechte Wehrpflicht, kein soziales Pflichtjahr. Denn all das akzeptiert bereits den Anspruch dieses Staates auf unser Leben. Ich lehne nicht nur die Wehrpflicht ab, ich lehne den Anspruch eines solchen Staates ab, über mein Leben zu bestimmen. Kein Mensch gehört dem Staat und schon gar nicht gegen seine eigenen Interessen.

Wenn wir uns um eine antimilitaristische Perspektive bemühen, laufen wir Gefahr, missverstanden zu werden. Leicht steht der Verdacht im Raum, insgeheim oder offen sollte damit einem kriegsführenden Aggressor das Wort geredet werden. Um es in aller Deutlichkeit zusagen: das wollen und werden wir nicht. Krieg zu führen, damit zu drohen oder sich dafür zu rüsten lehnen wir ab.

Wir machen uns nicht
die Interessen derjenigen zu eigen,
für die Krieg nur die konsequente
Fortführung und Mittel ihrer Politik ist.
Das heißt aber keineswegs, unentschieden zu sein:

Es ist und bleibt notwendig, Partei zu ergreifen für Menschen in Unterdrückung und Not. Antimilitarismus steht auf der Seite derjenigen, die unter den Folgen leiden, die schon zu Tausenden ihr Leben lassen mussten und die weiterhin als „Menschenmaterial“ verbraucht werden.
Diese Haltung wollen wir in die gesellschaftliche Debatte einbringen.

Willkommen

auf der Seite des Antimilitaristischen Bündnis Wendland!

Seit vielen Jahren gibt es diesen Zusammenschluss; mit dem Krieg Russlands gegen die Ukraine und der damit einhergehenden Militarisierung stehen wir vor Herausforderungen, denen wir uns stellen wollen so gut wir können. Wir sind konfrontiert mit einer Eskalation der Gewalt, die uns fassungslos macht - fassungslos, aber nicht hilflos. Die Informationen auf dieser Homepage sollen einen Eindruck dieses Bemühens vermitteln.

Eine gute, ständig aktualisierte Übersicht von Aktionen und Informationen in Sache Unterstützung von Flüchtenden findet sich hier.